Marmara-Insel (Prokonnesos)

Die Marmara-Insel (Prokonnesos) ist eine türkische Insel im Marmarameer in der Nähe der Dardanellen. Die Insel gehört zum Bezirk Marmara in der Provinz Balıkesir. Der Name „Prokonessos“ wird in der Regel von griechisch „prois“ – „Hirschkalb“ – abgeleitet.

 

Sie war im Altertum bekannt für den Abbau weißen Marmors, der in vielen kleinasiatischen Städten verwendet wurde. Vor allem in frühbyzantinischer Zeit war dieser Marmor im ganzen Mittelmeerraum verbreitet. Die antiken Steinbrüche in der Nähe des Hafenstädtchen Saraylar sind heute noch erhalten und werden seit osmanischer Zeit weiter betrieben. Entsprechend den Ergebnissen neuerer Forschungen stammt der Marmor des Pergamonaltars von dort. Der Marmorabbau ist auch heute noch der Haupterwerbszweig der Insel. Außerdem werden Oliven und Wein angebaut.

 

Herodot erzählt über Aristeas von Prokonnesos, einen griechischen Dichter, der auf Prokonnesos lebte.

 

Geboren als Sohn eines Kaystrobios auf der im Marmarameer gelegenen Insel Prokonnesos, unternahm Aristeas, „von Apollons Ekstase getrieben“ (Herodot IV 13), eine lange Reise in die nördlich des Schwarzen Meeres gelegenen Länder der Skythen und Issedonen. In seinem Epos Arimaspeia (Gedicht über die Arimaspen) gab er einen mythisch ausgeschmückten Bericht über die noch ferner lebenden Völker, von denen ihm die Issedonen erzählten, nämlich über die einäugigen Arimaspen, die goldhütenden Greifen sowie die „über dem Nordwind“, d. h. am Rande der Welt bis zum Okeanos lebenden Hyperboreer.

 

Wichtigster Zeuge für das bis auf wenige Fragmente verlorene Gedicht ist Herodot (IV 13-15).

 

Aristeas von Prokonnesos (einer griechischen Inselkolonie im Marmara-Meer), der als ruheloser Wanderer galt. In seinem Epos Arimaspeia (Gedicht über die Arimaspen) gab er einen mythisch ausgeschmückten Bericht über eine Reise durch Zentralasien. Auf dieser Reise durch das Land der Skythen hatte er einige Zeit bei den Eisidoniern, die am Rande des Kaukasus lebten, verbracht. Von diesen erfuhr er von einer Region im Osten, die Hyperborea genannt wurde:

„In jenen Bergen gediehen auch die Greife. Sie konnten beim Flug beobachtet werden, riesig groß und wild, wie sie ganze Ochsen in ihren Klauen fortschleppten und mit dieser Last ihre hochgelegenen Nester ansteuerten. Die Nester waren mit Gold gesäumt, das die Greife einsammelten und eifersüchtig hüteten. Angehörige des schwächlichen einäugigen Volkes, das sich die Berge mit den Greifen teilte, kletterten manchmal auf der Suche nach Reichtümern bis zu den glitzernden Horsten hinauf, aber keinem war dabei je Erfolg beschieden.“

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