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Archive for Juni 2010

Nasreddin lebte im 13./14. Jhd. in Akşehir, im südwestlichen Anatolien. Die ersten Anekdoten über Nasreddin Hoca in türkischsprachigen Quellen befinden sich in der Saltukname von Ebülhayri Rumi. In der populären Tradition hat sich allerdings die Auffassung durchgesetzt, die auf den osmanischen Reisenden Evliya Çelebi zurückgeht. Evliya Çelebi schreibt im 17. Jahrhundert über seine Reise zum vermuteten Grabmal Nasreddin Hocas in Akşehir und gibt dabei eine Anekdote an, in der Nasreddin Hoca mit Timur Lenk auftritt. Versuche, den Charakter Nasreddin zu historisieren, gelten allerdings als spekulativ. Es gibt auf historischen Stiftungsurkunden aus den Jahren 1257 und 1266 einen Verweis auf eine Person namens Nasreddin Hoca, die vor den Kadi treten musste.

Manchmal spielt Nasreddin in seinen Witzen die Rolle eines schlauen Menschen, manchmal die eines Idioten. Die ihm zugeschriebenen Witze sind eine bunte Mischung aus Volksweisheit, Schlauheit, aber auch derben oder anzüglichen Inhalte. Ihm wurden allerlei witzige, humorvolle oder schwankhafte Erzählungen nachträglich zugeschrieben. In vielen Erzählungen spielt er einfach eine Witzfigur wie Fritzchen, in anderen eine Art Till Eulenspiegel, wobei es durchaus Ähnlichkeiten in den Geschichten zu Eulenspiegel gibt.

„Der Sarkophag Nasreddin Hodscha in Akşehir, wo er gestorben ist und noch heute sein Grab gezeigt wird, trägt eine Inschrift mit dem Todesdatum 386; wenn man es, sozusagen als letzten Scherz des türkischen Eulenspiegel, von hinten liest, ergibt sich das wirkliche Sterbejahr: 683 alter Zeitrechnung (1284/85).”

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