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Archive for the ‘Gedicht’ Category

— von EUGEN ROTH  (1895 -1976)

In stillem Beileid denken hier,
der armen, braven Menschen wir,
die, des Kulturtransports Begleiter,
verpflichtet sind als Reiseleiter.

Mit wahren Bären-Seelenkräften
Obliegen teils sie den Geschäften
Teils stemmen sie, wie Schwergewichtler,
die Zentnerlast der Kunstgeschichtler,
Sie dürfen noch nach tausend Fragen
Ein altes Fräulein nicht erschlagen,
ja, selbst in Sturzseen von
                                                          Beschwerden,
nicht einen Zoll breit wankend werden.
Sie müssen Opfer des Berufs,
das nicht mehr Rauchen des Vesuvs,
die Höh, den Umfang seines Kraters,
das Alter unseren Heiligen Vaters,
die näheren Daten Willhelm Tells,
ja, selbst den kleinsten Schweizer Fels
erklären aus dem Handgelenke,
entwirren Knäuel von Gezänke,
und Antwort stehn dem Herrn, der
                                                                    immer –
wieso?? – bekommt das schlechtste
                                                                 Zimmer!
Mitunter wechselt man sie aus:
Wer schadhaft, kommt ins Irrenhaus.

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Dritter Gesang

 

Aber nachdem sich geordnet ein jegliches Volk mit den Führern,

Zogen die Troer in Lärm und Geschrei einher, wie die Vögel:

So wie Geschrei hertönt von Kranichen unter dem Himmel,

Welche, nachdem sie dem Winter entflohn und unendlichem Regen,

 

Dort mit Geschrei hinziehn an Okeanos strömende Fluten,

Kleiner Pygmäen Geschlecht mit Mord und Verderben bedrohend;

Und aus dämmernder Luft zum schrecklichen Kampfe herannahn.

Jene wandelten still, die mutbeseelten Achaier,

All‘ im Herzen gefaßt, zu verteidigen einer den andern.

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Ich höre Istanbul

 

Ich höre Istanbul, meine Augen geschlossen.

Zuers weht ein leichter Wind,

Leicht bewegen sich

Die Blätter in den Bäumen.

In der Ferne, weit in der Ferne.

Pausenlos die Glocke der Wasserverkäufer.

Ich höre Istanbul, meine Augen geschlossen.

 

Ich höre Istanbul, meine Augen geschlossen.

In der Höhe die Schreie der Vögel,

Die in Scharen fliegen.

Die großen Fischernetze werden eingezogen,

Die Füße einer Frau berühren das Wasser.

Ich höre Istanbul, meine Augen geschlossen.

 

Ich höre Istanbul, meine Augen geschlossen.

Der kühle Basar,

Mahmutpascha mit dem Geschrei der Verkäufer,

Die Höfe voll Tauben.

Das Gehämmer von den Docks her;

Im Frühlingswind der Geruch von Schweiß.

Ich höre Istanbul, meine Augen geschlossen.

 

Ich höre Istanbul, meine Augen geschlossen.

Im kopf den Rausch vergangener Feste.

Eine Strandvilla mit halbdunklen Bootshäusern,

Das Sausen der Südwinde legt sich.

Ich höre Istanbul, meine Augen geschlossen.

 

Ich höre Istanbul, meine Augen geschlossen.

Ein Dämchen geht auf dem Gehsteig.

Flüche, Lieder, Rufe hinter ihr her.

Sie läßt etwas aus der Hand fallen,

Es muß eine Rose sein.

Ich höre Istanbul, meine Augen geschlossen.

 

Ich höre Istanbul, meine Augen geschlossen.

Ein Vogel zappelt an deinen Hängen.

Ich weiß, ob deine Stirn heiß ist oder nicht,

Ich weiß, ob deine Lippen feucht sind oder nicht.

Weiß geht der Mond hinter den Nußbäumen auf,

Ich weiß es von deinem Herzschlag.

Ich höre Istanbul.

ORHAN VELI KANIK

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Gedicht zur Erinnerung an unsere gemeinsame Reise durch Ostanatolien September/Oktober 2007

….

Fragt Ihr nach Höhepunkten- highlights heißt das heutzutage,

So hat wohl jeder seine eigene Antwort auf die Frage:

Der Landschaften Vielfalt, ihre Höhen Tiefen, Farben,

Der große Van-See, die Bibelflüsse und der Eiszeit scharfe Zargen,

Der ungeahnte, große Reichtum der Kulturen,

Der Nemrud-Berg mit den gigantische Skulpturen,

Hassakeyfs Schönheit, fast verloren schon,

Antiochos stiller, steiler Weg der Prozession….

Was man auch wählen mag, wohin wir schaun,

Eins ist gewiss, die Wiege der Kultur, die liegt in diesem Raum.

Und Shafak-Bays Erklärungen, die war`n ein Traum!

….

zum ganzen Gedicht

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