Kultige Männerfantasie

»Die hässlichste Sitte der Babylonier dagegen ist folgende: Jede Babylonierin muss sich einmal in ihrem Leben in den Tempel der Aphrodite begeben, dort niedersitzen und sich einem Manne aus der Fremde preisgeben.«Historien, Erstes Buch, »Klio«, Kapitel 199 

Öllampe   Figur   Öllampen 

Der abendländische Blick auf den Orient scheint immer wieder geprägt von anzüglichen Fantasien über frivole Frauen und ausschweifende Männer. Manchen Römern waren Ägypten und Syrien Synonyme für sexuelle Eskapaden, den Griechen Asien im Allgemeinen, Babylon und das Perserreich im Besonderen. Im Osten ist alles möglich: warum also nicht auch ein Volk, dessen weibliche Hälfte sich samt und sonders prostituiert. Und sei es auch lediglich ein einziges Mal in ihrem Leben.Die Übertragung geheimer Sehnsüchte auf fremde Völker ist natürlich kein ausschließlich antikes Phänomen: Exotik und Erotik bilden stets ein zugkräftiges Gespann.  Herodot lässt es sich nicht nehmen, die ach so hässliche babylonische Sitte näher zu beschreiben. Demnach würden Frauen jedes Stands in den Gängen der Tempel der Mylitta, die er mit Aphrodite gleichsetzt, sitzen und warten, bis ein Mann ihnen Geld in den Schoß wirft und sie dazu auffordert, den Dienst der Göttin anzutreten. Egal wie hoch oder niedrig der Lohn sei, den der Fremde ihr biete, müsse die Frau ihm folgen und sich ihm hingeben. Ehe sie nicht an die Reihe gekommen sei, dürfe keine der Babylonierinnen den Tempel wieder verlassen. Das verleitet den Vater der Geschichtsschreibung auch zu der süffisanten Bemerkung, »die Schönen und Wohlgeformten sind sehr schnell befreit; die Hässlichen müs sen lange Zeit warten«. Der schlüpfrige Abschluss der Anekdote wird bei den mehrheitlich männlichen Lesern und Zuhörern – Herodot rezitierte seine schriftlichen Berichte auch vor Publikum – zu Hause in Athen gut angekommen sein. Vielleicht würzte er seine Story vom Tempelbordell gelegentlich mit einem kleinen Exkurs über Lydien in Kleinasien, wo sich junge Frauen die Aussteuer angeblich als Dirnen verdienten. Niedergeschrieben hat er jedenfalls auch das. Pikantes nur aus fernen Ländern Er war nicht der Einzige, der Prostitution in Gotteshäusern erwähnte. Auch Strabon (etwa 63 v. Chr. – 23 n. Chr.) berichtet von hunderten Huren, die sich in und um den Tempel der Aphrodite in Akrokorinth anboten; und Diodor, der wenig verlässliche Geschichtsschreiber aus dem 1. Jahrhundert n. Chr., weiß ebenfalls von ähnlich verruchten Einrichtungen.Ihnen allen fallen die pikantesten Geschichten entweder zu vergangenen Epochen oder weit entfernten Ländern ein. Je länger etwas her ist oder je exotischer die Region, in der es stattfindet, desto saftiger werden die Erzählungen in erotischer Hinsicht. Das ist aber noch kein Grund, an den Berichten grundsätzlich zu zweifeln. Denn eines ist gewiss: Manche Völker hatten – und haben – einen lockereren Umgang mit der Sexualität kultiviert als andere. 

Mantua – Italia  Ein einfaches, aber sauberes Haus in unmittelbarer Nähe zum Castellum, welches sowohl über den Hauptweg, wie auch einige verschlungene Nebengassen erreicht werden kann.
In dem Lupanar bemühen sich fleißige Damen (und auch einige Herren) den Gast auf die Schnelle oder in aller Ruhe zufrieden zu stellen. Sonderbarerweise sind viele Gäste Mitglieder der Legio I, wie auch unglaublich viele Bürger aus Mantua, die warum auch immer alle Gaius heißen.
Von einem eher bescheiden beleuchteten Empfangsraum führt ein Flur in die angrenzenden kleinen Zimmer, wo der Kunde zu seiner Glückseligkeit finden kann. Räucherbecken sorgen für angenehme Gerüche. Die Räume sind funktional eingerichtet und sauber.
Der “Maior Domus”, Avitus Ambitus, kurz von allen nur AA genannt, empfängt den Kunden und trifft mit diesem eine Auswahl der dienstleistenden Person und nimmt die Bezahlung entgegen. Dezent im Hintergrund hält sich eine breitschultrige “Beschwerdeabteilung” bereit. Aber bislang mußte der abgemusterte Gladiator aus Roma aufgrund der einfachen Geschäftsbedingungen, wie auch dem Namen und Rang des Eigentümers, nicht zum Einsatz kommen.
Geschäftsbedingungen:
1.Bezahlt wird im voraus!
2.Mach keinen Ärger, dann bekommst du auch keinen mir uns!
3.Wer Ärger macht bekommt Hausverbot und Lupanare sind in Mantua rar!
4.Wer es schafft seine “Ballista” an einem Abend 7 mal in Schussposition zu bringen und auch das “Geschoss” abzufeuern, braucht an diesem Abend nichts zu bezahlen. Desweiteren darf sich der Gast in die “Bruderschaft der Sieben” namentlich auf der Wand im Empfangsraum verewigen.

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